Proxmox HA-Cluster Firewall
Hochverfügbare Firewall auf zwei Proxmox-Nodes – ohne Shared Storage.
Wer eine geschäftskritische Firewall virtualisiert, will im Ausfall keine Minuten verlieren. Klassische HA-Setups verlangen teure SAN-Infrastruktur. Mit zwei Proxmox-Servern, einem externen Quorum-Vote und ZFS-Replikation lässt sich das deutlich schlanker bauen – und genau dieses Muster setzen wir produktiv ein.
Ausgangslage
Die Firewall läuft als virtuelle Maschine. Auf genau einem Server.
Vor ein paar Jahren war das eine vernünftige Entscheidung: Die Firewall wurde virtualisiert, der Server ist solide. Dass an diesem einen Gerät inzwischen der Internetzugang, die VPN-Verbindungen und die Erreichbarkeit aller Standorte hängen, merkt man erst, wenn es ausfällt – und jemand vor Ort sein muss, bevor irgendetwas wieder geht.
Die übliche Antwort darauf ist ein Cluster mit zentralem Speicher, einem SAN. Für eine einzelne Firewall-VM ist das ein Aufwand, der in keinem Verhältnis steht.
Unser Lösungsweg
Zwei Server, ein kleiner Schiedsrichter, kein SAN.
Wir bauen den Cluster schlank: zwei identische Proxmox-Server mit lokalem ZFS-Spiegel, dazu ein kleines extern gehostetes QDevice als dritte Quorum-Stimme, die Split-Brain verhindert. Proxmox Storage Replication spiegelt die Disks der Firewall-VM in kurzen Abständen auf den zweiten Knoten. Fällt ein Knoten aus, startet die VM automatisch auf dem anderen.
Dieses Muster setzen wir selbst produktiv ein. Und wir sagen dazu, wo seine Grenzen liegen: Es schützt vor Hardware-Ausfall, nicht vor Fehlkonfiguration, gelöschten VMs oder Ransomware. Dafür planen wir ein separates Backup-Konzept mit ein.
Das Ergebnis
Ein defekter Server wird zum Wartungsfall – nicht zum Notfall.
- Fällt ein Server aus, startet die Firewall auf dem zweiten von selbst – ohne dass erst jemand ins Büro fahren muss.
- Redundanz ohne Shared Storage: weniger Kosten, weniger Komplexität, nur native Proxmox-Bordmittel.
- Updates spielen Sie ein, nachdem die VM vorab auf den passiven Knoten verschoben wurde – ohne Auswirkung auf den laufenden Betrieb.
- Sie wissen, was das Setup leistet und was nicht, und haben für den Rest ein Backup-Konzept.
Was wir abdecken
Die wichtigsten Bausteine im Überblick.
Zwei identische Nodes
Zwei Proxmox-VE-Server mit lokalem ZFS-Mirror-Pool. Identische Konfiguration, sodass jede VM auf jedem Knoten lauffähig ist.
QDevice als 3. Quorum-Vote
Ein kleines extern gehostetes System (z. B. Raspberry Pi) trägt eine Quorum-Stimme bei – verhindert Split-Brain bei Verlust einer Verbindung.
ZFS-Replikation alle 5 Min
Proxmox Storage Replication (pvesr) synchronisiert die VM-Disks im Hintergrund – ohne SAN, ohne zentrales Storage.
Hardware-Watchdog
Bei Quorum-Verlust erzwingt die Watchdog-Komponente einen Neustart – das schützt vor Split-Brain-Szenarien.
Das Fundament: Proxmox VE
Open-Source-Virtualisierung mit Cluster-Genen.
Proxmox VE ist eine deutsche Open-Source-Virtualisierungsplattform, die KVM-Virtualisierung, LXC-Container und Cluster-Management unter einer Web-Oberfläche vereint. Für uns das richtige Werkzeug, wenn Hochverfügbarkeit, transparente Lizenzierung und ZFS-Storage gefragt sind – ohne den Footprint eines Enterprise-Hypervisors.
Komplett-Stack
KVM für VMs, LXC für Container, Web-Oberfläche, Cluster-Management und Live-Migration in einem System.
Storage-Optionen
ZFS, Ceph, LVM-Thin, NFS oder iSCSI – wir wählen die Storage-Architektur passend zum Use-Case.
Hochverfügbarkeit
Eingebautes HA-Framework mit Quorum, Watchdog und automatischer VM-Migration – auch ohne SAN.
Architektur
Zwei Nodes, ein QDevice, lokale ZFS-Pools.
Zwei vollwertige Proxmox-Server bilden den Cluster, ein externes QDevice trägt die dritte Quorum-Stimme bei. Die Firewall-VM läuft auf einem Knoten und repliziert ihre Disks im 5-Minuten-Takt auf den anderen. Bei einem Ausfall sorgen Hardware-Watchdog und das HA-Framework dafür, dass die VM automatisch übernommen wird.
Was passiert, wenn ein Knoten ausfällt?
Lösen Sie den Ausfall aus und sehen Sie dem Cluster bei der Übernahme zu.
- 1Node A antwortet nicht mehrStromausfall, Hardware-Defekt oder Kernel-Panic – der Knoten fällt aus dem Cluster.
- 2Quorum bleibt bestehenNode B und das externe QDevice halten zusammen 2 von 3 Stimmen. Der Cluster bleibt beschlussfähig.
- 3Watchdog schaltet Node A abDer Hardware-Watchdog setzt den ausgefallenen Knoten zurück – so kann die VM nicht zweimal laufen.
- 4Firewall-VM startet auf Node BDas HA-Framework fährt die VM aus der letzten ZFS-Replikation hoch.
Vereinfachte Darstellung des Ablaufs – keine Messung und keine zugesagte Wiederanlaufzeit.
Was die Lösung leistet
Hochverfügbarkeit ohne SAN-Aufwand.
- Automatische VM-Migration bei Hardware-Ausfall
- Kein Shared Storage nötig – weniger Kosten, weniger Komplexität
- Nutzt native Proxmox-Bordmittel (kein Exoten-Stack)
- Optional: zrepl als unabhängiger zweiter Replikations-Pfad
Realistische Grenzen
Was dieses Setup nicht abdeckt.
- Datenverlust bis zur letzten Replikation (RPO ~5 Min) ist möglich.
- Failover-Zeit liegt typischerweise bei ~3 Min – nicht „sofort".
- Kein Schutz vor Ransomware, gelöschten VMs oder Fehlkonfiguration – dafür braucht es ein separates Backup-Konzept.
- Sehr hohe Last-Spitzen können bei nur einem aktiven Knoten zur Engstelle werden.
FAQ
Häufige Fragen zu Proxmox HA-Cluster.
Welche Ausfallzeit ist realistisch?
Wie groß ist der mögliche Datenverlust?
Schützt das Setup vor Ransomware oder gelöschten VMs?
Warum ein QDevice statt eines dritten Proxmox-Knotens?
Was ist mit Updates der Firewall-VM?
Kontakt
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Sie möchten ein konkretes Angebot, eine Demo oder haben Fragen zur Migration? Schreiben Sie uns – wir melden uns in der Regel innerhalb eines Werktags.

Persönlich für Sie da
Wim Bonis
Technischer Leiter (CTO)